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SWR dreht in Gernsbach

Die Gegenwart lauert als Stolperfalle

Ein wenig mürrisch schaut er drein, der Mönch bei seiner Rasur. „Wenn ihr so weiter macht, erkennt mich bald keiner mehr wieder“, flachst Uwe Bender in der Maske. Auf ihn sind heute alle Augen gerichtet: Als Darsteller von Walahfrid Strabo, des Benediktiners mit dem grünen Daumen, steht Bender für eine 90-minütige SWR-Dokumentation über die (Kultur-)Geschichte der Bodensee-Region vor der Kamera. Schauplatz des Drehs ist indes nicht die Insel Reichenau, wo Strabo vor 1 200 Jahren lebte, es sind die Zehntscheuern in Gernsbach.

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Drehort überzeugt SWR

Das altehrwürdige Gemäuer bietet die passende Kulisse für die historische Produktion. Mittelalterlich anmutend, nicht restauriert und mit Stromanschluss: „Es ist unglaublich schwer, einen solchen Drehort zu finden“, weiß SWR-Redakteurin Imogen Nabel. Den entscheidenden Tipp erhielten Regisseur Günther Klein und sein Team von der Film Commission Baden-Baden, die den Kontakt nach Gernsbach herstellte.

Falscher Mönch und lahmer Hermann

Für die Dokumentation, die im September im SWR und zu einem späteren Zeitpunkt im Schulfernsehen zu sehen sein wird, dreht die zwölfköpfige Crew an zwei Tagen in den Zehntscheuern.

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Unter den Rasierer musste Mönch-Darsteller Uwe Bender.
 
Am Dienstag stand das Wirken Walahfrid Strabos im Mittelpunkt, der als Dichter und Botaniker Berühmtheit erlangte. Um einen weiteren Benediktiner, Hermann den Lahmen, geht es am Mittwoch.
 

"Wir müssen höllisch aufpassen, dass nichts im Bild landet, das da nicht hingehört"

Der einstige Wissenschaftler, Komponist und Schriftsteller litt unter einer Erkrankung des motorischen Nervensystems und wird von einem behinderten Schauspieler verkörpert. Besucher am Drehort sind daher eher nicht erwünscht: „Für den Darsteller ist seine Arbeit äußerst anstrengend“, erklärt Imogen Nabel.

Authentizität als Herausforderung

Ohnehin stellen die Zehntscheuern das erfahrene Team vor so manche Herausforderung, eng ist es und dunkel. Hinzu kommt: Alles, was an die Gegenwart erinnert, muss verschwinden – bis hin zu Topfpflanzen, die auf der Gasse stehen. Denn Blumentöpfe heutiger Gestalt gab es vor mehr als 1 000 Jahren nicht. „Wir müssen höllisch aufpassen, dass nichts im Bild landet, das da nicht hingehört“, sagt Nabel. Armbanduhren, zeitgenössischer Schmuck und Brillen sind tabu.

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"Unsere Zuschauer sind sehr kritisch"

Nicht immer lief alles reibungslos. In eine historische Schwarzwald-Dokumentation hatten sich unlängst ein Stativbein und eine moderne Flasche eingeschlichen. Die Authentizität war dahin. Auch die Recherche im Vorfeld erlaubt keine Fehler, alles muss historisch akkurat sein.

"Unsere Zuschauer sind sehr kritisch“, sagt Nabel, während sich Regisseur, Kameramann und Techniker im Halbdunkel der Scheuer um Mönch Walahfrid scharen. Der wirkt noch immer etwas skeptisch – aber das Wichtigste: Die Tonsur sitzt"

Quelle: BNN (Link)

 

28.04.2017 Kassenstand und Mitgliederzahl wachsen

 

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